grundhaltung



Aufmerksamkeit und Wachheit, Unvoreingenommenheit und Nicht-Werten, Geduld und Zeit-Geben, dies sind die wichtigsten Grundsteine therapeutischer Arbeit. Das klingt so einfach und einleuchtend, sind es zugleich die am schwierigsten einzuhaltenden Prinzipien. Oft auch für mich. Ich ertappe mich immer wieder bei der Ungeduld wenn es darum geht ein homöopathisches Mittel "auswirken zu lassen", oder wenn ich den Kern dessen was mir Patienten vermitteln wollen und können nicht sogleich erfasse. Hier ist Wachheit mir selbst gegenüber gefordert.

Meine therapeutische Arbeit betrachte ich vor allem als eine Begleitung. Die Patienten und ich sind uns im Verlaufe unserer Lebenswege begegnet und ich begleite sie ein Stück auf ihrem Weg der Genesung, sprich Werdung.

Es gilt immer herauszufinden "Wie bin ich gemeint?", "Was sind meine Fähigkeiten und Unfähigkeiten?", "Wo ist mein Platz im Leben?", "Wo und wie bin ich vom Weg abgekommen?"

Vor allem in Bezug auf die homöopathische Therapie gehe ich (wie im übrigen Arbeiten auch) davon aus, daß körperlich erlebbare Krankheit, dargestellt durch ihre Symptome, in ihrem Grunde Ausdruck einer tieferliegenden seelisch-geistigen Fehlhaltung oder Fehlentwicklung darstellt. Von daher gebe ich den seelisch-geistigen Symptomen besondere Wichtigkeit. Will sagen, ich schätze sie höher ein als die rein körperlichen.
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