Der König und seine alte Vase
Einst vor langer Zeit lebte ein reicher König in einem fernen
Land weit weit hinter den Bergen des Himalaya. Er hatte ein großes Reich und war
in vielen anderen Ländern wohlbekannt. Dieser König hatte eine große
Leidenschaft. Es sammelte Vasen. Alle erdenklichen Sorten von Vasen waren ihm
willkommen. Aus Kupfer, aus Messing, aus Porzellan, reichlichst verziert und
bemalt. Er liebte sie alle und die ganze Welt wusste dies. Und so war es Brauch,
wenn jemand aus einem anderen Land ihn besuchte, ein anderer König, ein
Botschafter oder wer auch sonst immer kam, brachte ihm eine neue Vase für seine
Sammlung als Geschenk, um ihn freudig und wohlwollend zu stimmen, mit. Für all
diese Vasen, einige von ihnen waren sogar mit Edelsteinen und Gold verziert, gab
es sogar eigens eingerichtete Zimmer in seinem Palast. So groß war seine
Sammlung bereits geworden. Jeden Tag bewunderte der König seine Sammlung auf's
Neue und freute sich der Schätze. Und so dachte er, wenn er möglichst viele
Vasen hätte, dann müsse die schönste auf der Welt irgendwann die seine sein.
Einige Vasen waren sogar so groß wie ein ausgewachsener Mann. Es gab aber auch
welche die waren, wohl weil die Besucher die sie mitbrachten nicht so reich
waren, eher schlicht und einfach. Doch aus sie wurden in die Sammlung
aufgenommen. Andere waren winzig klein, dafür aber kunstfertigst bemalt.
Eines Tages jedoch bemerkte man auf dem Königspalast, dass in
all den Jahren des Sammelns der Platz zu eng wurde und der König wollte seinen
schönen Palast, wenngleich er das nötige Gold dazu gehabt hätte, nicht noch
einmal umbauen. So befahl er einen seiner Diener zu sich: "Hört, ich habe Euch
aus meiner Vasensammlung, um wieder Platz zu haben für neue Geschenke, einige
weniger schöne, die ich nicht mehr haben will ausgesucht. Steckt sie in ein
Behältnis und bringt sie auf den Platz für Unrat, hinter der Stadt. Möge das
Volk sich daran noch bedienen, an den Resten."
Der Diener tat wie ihm befohlen. Beim Ausschütten des
Behältnisses aber geschah es, dass alle Vasen zerbrachen. Nur eine, eine ganz
einfache Tonvase, die so ganz ohne Verzierung war, blieb noch brauchbar. Nur ein
Henkel war ihr abgebrochen und lag im Schutt direkt neben der Vase.
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